König Kreuz
4. Februar 2020

Biike 2020 auf Sylt – alle Infos.

Alles über die Biike als wichtigster Feiertag der Sylter.

„Tjen di Biiki ön!“, zu Deutsch: „Zündet die Biike an!“, heißt es in allen Inseldörfern wieder am 21. Februar. Es gibt kaum eine Sylter Veranstaltung, die die friesische Kultur besser wiederspiegelt als das traditionelle Abbrennen der Biikefeuer, bestehend aus alten Weihnachtsbäumen und anderem brennbaren Material, das Feuerwehren und Landwirte zuvor mühsam gesammelt und aufgetürmt haben. Fragt man die Sylter nach ihrem liebsten Feiertag, erhält man fast immer die gleiche Antwort: Die Biike ist als friesische Tradition schon seit dem 17. Jahrhundert fest mit den Insulanern verwachsen. Wenn es vorne heiß und hinten kalt wird, trifft man neben Einheimischen und Gästen auch all die ehemaligen Sylter wieder, die den „Sylter Nationalfeiertag“ zum Anlass nehmen, ihrer alten Heimat einen Besuch abzustatten.

Wie läuft das Biikebrennen auf Sylt ab?

Meist startet das Biikebrennen mit einem gemeinsamen Fackelumzug. In manch einer Gemeinde läuft dabei eine Musikkapelle vorweg. Am Biikeplatz werden jeweils eine Rede in Deutsch und eine in Friesisch gehalten, die sich meist um aktuelle politische Themen dreht. Diese Tradition leitet sich ab vom „Thing“, der früher am Petritag nach dem Biikebrennen abgehalten wurde und bei dem Bürger über politische Themen diskutierten. Auch heute noch halten Sylter Kulturvereine wie die Sölring Foriining und die Morsumer Kulturfreunde dann und wann einen solchen Thing ab. Hat der friesische Reedner dann „Tjen di Biiki ön“ gerufen, wird die Biike offiziell entzündet. Anschließend wird bei einem Friesentee oder Glühwein geklönt und von alten Zeiten geschnackt. Genauso deftig wie das Feuer selbst ist auch die anschließende Mahlzeit. Grünkohl, Schweinebacke und Kochwurst sorgen dafür, dass einem der anschließende Friesengeist ganz besonders gut schmeckt.

Die Biike-Termine 2020 auf Sylt im Detail:

In List startet um 17.30 Uhr die Lichterandacht in der Kirche St. Jürgen. Um 18.00 Uhr beginnt die Fackelausgabe an der Kirche, bevor um 18.30 Uhr der Biikeumzug startet. Das Ziel: Hinterm Wohngebiet „Am Königshafen“ wird um 19.00 Uhr die Biike entzündet. Kampen und Wenningstedt-Braderup halten traditionell ein gemeinsames Biikebrennen hinter der Tennisanlage der Norddörfer Halle ab. Ab 17 Uhr beginnt die Fackelausgabe an der Friesenkapelle in Wenningstedt, hier gibt es auch Glühwein und Grünkohlsuppe, bevor um 18 Uhr zur Biike marschiert wird. In Braderup startet der Biikeumzug um 17.45 Uhr am Restaurant „Weißes Kliff“. Um 17.45 Uhr beginnt die Fackelausgabe und der Abmarsch des Biikeumzuges an der Feuerwehr Kampen. Die Biike der Norddörfer wird gegen 18.30 Uhr entzündet. Westerland bietet um 17 Uhr ein Biikekonzert in der Kirche St. Nicolai, bevor um 18.15 Uhr der Biikeumzug an der Stadtkirche St. Nicolai startet. Gegen 18.45 Uhr wird die Westerländer Biike südlich des Campingplatzes angezündet.

Tinnum startet um 17.30 Uhr den Biikeumzug am Tinem Hüs und zündet die Biike an der Tinnumburg gegen 18 Uhr an. Keitum startet seinen Biikeumzug um 18 Uhr an der Alten Turnhalle in der C.P. Hansen-Allee. Ca. 18.20 Uhr geht die Biike am Bahndamm in Flammen auf. Archsum läuft um 18 Uhr am Deichweg/Ecke Melnknop los und wirf die Fackeln gegen 18.15 Uhr in die Biike am Deich im Uaster Reeg. Morsum marschiert um 18 Uhr am Parkplatz Nösse los in Richtung Morsum Kliff, wo die Biike gegen 18.30 Uhr angezündet wird. Rantum startet den Marsch des Biikeumzugs um 18 Uhr am Kurhaus Rantum. Ca. 18.20 Uhr wird die Biike Am Sandwall angezündet. Hörnum gibt um 16.30 Uhr ein Biike-Konzert in der Kirche St. Thomas. Wer anschließend den Fackelumzug mitmachen will, sollte sich bis 17.45 Uhr am Tourismus-Service Hörnum, Rantumer Str. 20, einfinden. Um 18 Uhr geht’s los, eine Viertelstunde später wird die Biike am Campingplatz entzündet. Alle Details finden sich auch noch einmal auf www.sylt.de.

Wo kommt die Biike her?

Der Name „Biike“ leitet sich von dem friesischen Wort „Bake“ für Seezeichen ab, was die ursprüngliche Bedeutung ziemlich gut erklärt: Die ersten Biikefeuer brannten noch am Strand, um Seefahrern als Navigationshilfe zu dienen, wenn mit dem Petritag am 22. Februar die Walfangsaison begann. Auch im Mittelalter wurden auf Sylt schon Feuer entzündet als heidnischer Brauch, um böse Geister zu vertreiben und die Saat zu schützen. Was damals dem Schutz diente, soll dieser Tage selbst geschützt werden, befand die Deutsche UNESCO-Kommission im Jahre 2014 und nahm die Biike in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

Sylter und ihre Biike-Traditionen

Der Morsumer Alfred Bartling kann sich noch gut an die Biikebrennen der Fünfzigerjahre erinnern. Er selbst ist früher als Konfirmand durchs Dorf gefahren und hat alte Tannenbäume für das Biikefeuer gesammelt: „Viel haben wir nicht zusammenbekommen“, erinnert er sich. „Die meisten Dorfbewohner brauchten Tannen und Stroh damals noch selbst zum Heizen.“ Während des Biikefeuers herrschten zum Teil raue Sitten. Diese drehten sich zum Teil um den „Pidder“,

der auf der Biike steckt – heute oft eine Strohpuppe als symbolische Opfergabe, mit deren Verbrennung der Winter ausgetrieben werden soll: „Damals steckten noch richtige Holztonnen auf der Biike. Von denen blieben am Ende nur die glühenden Eisenringe übrig. Die hat der Festredner dann über den Acker geworfen, und wer von uns Konfirmanden einen Ring zurückbrachte, bekam eine Tüte Bonbons. Wir haben uns regelrecht um die glühenden Dinger geprügelt, und Brandwunden waren dabei keine Seltenheit.“

Andere Traditionen, die heute selbstverständlich sind, kamen erst später dazu: „Grünkohl war früher vollkommen unüblich. Der hat sich erst später eingebürgert, weil man nach der Biike immer Hunger hatte.“ In der Nacht vor Biike halten Jugendliche aus dem Dorf in der Regel Biikewache. Was damit verhindert werden soll, hat sich aber geändert: „Früher gab es mehr Wettbewerb zwischen den Dörfern – da wurden die Biiken der anderen regelmäßig vorher angezündet. Heute muss man höchstens aufpassen, dass die Leute nicht ihren Müll unter die Biike schieben, um so Entsorgungskosten zu sparen.“ Übrigens: Auch am Tag nach der Biike sollte man achtsam mit dem heruntergebrannten Aschehaufen umgehen, denn die Reste der Biike können noch bis zu zwei Tage nachglühen.

Noch Zimmer frei bei König Appartement

Die Biike ist eine Sylter Tradition, wie sie ursprünglicher nicht sein können. Wenn auch Sie dieses Fest einmal erleben wollen, melden Sie sich gern bei uns, denn König Appartement hat aktuell noch vereinzelt Kapazitäten frei. Schnell sein lohnt sich also! Fotos: Sylt Connected.

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