König Kreuz
30. April 2020

Die schönsten Ecken auf Sylt: Der Lister Ellenbogen

Der nördlichste Zipfel von Sylt: Wie wohnt es sich am Ellenbogen?

Wer den Lister Ellenbogen entlangläuft, merkt auf der endlos scheinenden Straße zwischen Dünen- und Heidelandschaften schnell, dass die Zeit am nördlichsten Zipfel anders läuft als auf dem Rest der Insel: Kaum ein Haus links und rechts des Weges, nur endlose Natur und freilaufende, grasende Schafe. Übrigens befindet man sich hier nicht nur am nördlichsten Punkt der Insel, sondern kann auch deutschlandweit nicht weiter in den Norden reisen. Vorher aber muss man erst noch an der Mautstelle vorbei: Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen kostenlos passieren, für jeden PKW wird eine Gebühr in Höhe von 5 Euro fällig. Eine Jahreskarte gibt es für 40 Euro. Die Einnahmen werden teilweise für die Instandhaltung der Straßen und Parkplätze verwendet, der Rest wird an die Listlandeigentümer ausgeschüttet. 

Die Einwohner des Lister Ellenbogens: Viele Schafe. Und eine Familie.

Schon seit Jahrhunderten befindet sich der 1200 Hektar große Lister Ellenbogen in Privatbesitz. Wer hier aber Einheimische sucht, der muss genau hinschauen: Einzig Cornelia und Thomas Diedrichsen wohnen mit ihren beiden Söhnen im Landhaus Üthörn. 1999 sind sie an den Ellenbogen gezogen: „Wir haben den Betrieb von meinem Vater übernommen“, erinnert sich Cornelia Diedrichsen. „Für mich ist es ein Geschenk, hier wohnen zu dürfen – so ganz abseits vom Rest der Insel.“ Ein bisschen fühle sie sich, wie auf einer Hallig, „nur mit dem Vorteil, dass ich sie schnell verlassen und in die anderen Inselorte fahren kann.“ 

Wer einen mehrstündigen Aufenthalt an Sylts Nordspitze plant, sollte Verpflegung mitnehmen: „Ein Restaurant oder Café gibt es bei uns auf dem Hof nicht“, erklärt Cornelia Diedrichsen, „Viele Ellenbogen-Besucher fragen zwar danach, aber wir bewirten nur unsere Hausgäste – alles andere wäre für uns mit einem zu großen personellen Aufwand verbunden.“ Und noch ein wichtiger Hinweis für alle Hundebesitzer: Weil die einzigen Einwohner neben den Diedrichsens freilaufende Schafe sind, sind Hunde unbedingt an der Leine zu führen!

Der Lister Ellenbogen gehört den Erben zweier Sylter Familien.

Wie genau der Lister Ellenbogen Privateigentum wurde, ist nicht bekannt. 1608 erfährt man jedoch zum ersten Mal, dass die Besitzer des Listlandes, damals die Altlister Familien Diedrichsen und Paulsen, Abgaben zahlen mussten. „Verschenkt, wie oftmals behauptet, wurde der Ellenbogen jedoch nicht“, betont Thomas Diedrichsen. Heute gehört das Land der Listland-Eigentümergemeinschaft, die sich aus rund 40 Erben der ursprünglichen Besitzer zusammensetzt – darunter nicht nur Sylter: „Es gibt sogar Eigentümer, die in Amerika leben“, weiß Cornelia Diedrichsen. Einen Bauboom muss der Ellenbogen dennoch nicht fürchten: „Das gesamte Areal ist Naturschutzgebiet“, erklärt ihr Mann, „dort dürfen keine weiteren Häuser mehr gebaut werden.“ 

Der Strand am Lister Ellenbogen: Lieber entspannen als baden gehen

Neben dem Landhaus Üthörn gibt es nur die zwei malerischen Leuchttürme, das Ost- und Westfeuer, mit den ehemaligen Häusern der Leuchtturmwärter. Wer hier aufs Wasser schaut, kann bei gutem Wetter bis nach Dänemark blicken: Die dänische Nachbarinsel Rømø ist hier nur vier Kilometer entfernt. Schwimmen sollte man die Strecke aber nicht, und auch sonst nicht baden gehen: Die Strömungen sind viel zu gefährlich und können Badende blitzschnell aufs offene Meer ziehen. Dafür lässt es sich am endlosen Ellenbogen-Strand umso besser spazierengehen, entspannen, die weite der Natur genießen und zur Ruhe kommen. 

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