König Kreuz

Für Tradition und Geselligkeit

Es gibt nur wenige Vereine, deren Mitglieder sich nur einmal im Jahr offiziell treffen – die Ringreiter auf Sylt gehören dazu. Immer zwischen Juni und August laden die insgesamt acht Vereine zu ihren jeweiligen Turnieren in den Osten der Insel. Neben dem sportlichen Wettstreit um den treffsichersten Reiter geht es an diesen Tagen darum, Tradition und Geselligkeit zu pflegen .

Dass all dies zusammen ein durchaus schützenswertes Gut ist, zeigt die Aufnahme des Ringreitens in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes im vergangenen Jahr. Es ist gleichzeitig eine Anerkennung des Sports und dem damit verbundenen überlieferten Wissen und Können.

Seine Wurzeln hat das Ringreiten vermutlich im mittelalterlichen Ringstechen, das den Knappen als Übung diente, um ihre Fähigkeiten mit der Lanze zu trainieren. Damals saßen sie oftmals allerdings nicht im Sattel eines Pferdes, sondern auf einer Drehscheibe, von der aus ein handtellergroßer Ring mit der Lanze angepeilt werden musste.

Ursprung in der Ritterzeit

Uniformen und die militärisch anmutenden Kommandos beim Umzug der Reiterinnen und Reiter vor dem Turnier haben die Jahrhunderte bis heute überdauert. Dass es lange Zeit ein reiner Männersport war, lässt sich ebenfalls mit seinem Ursprung in der Ritterzeit erklären. Die zwei nur Reiterinnen vorbehaltenen Vereine auf Sylt – der Sylter Amazonen-Ringreiterverein und das Amazonencorps Weiße Lanze – wurden erst in den 1980er Jahren gegründet.

Unabhängig davon, ob ein König oder eine Königin ermittelt wird, beginnen alle Turniere mit ähnlichen Ritualen – dem Ausbringen der Vereinsfahne und einem Umzug hoch zu Pferde, um den amtierenden König oder die Königin Zuhause abzuholen und zum Turnierplatz zu begleiten. Wie in so vielen Bereichen haben auch die Ringreiter mit einem massiven Nachwuchsproblem zu kämpfen. Und wo vor einigen Jahren noch angeführt von einem großen Spielmannszug bis zu 40 Reiter durch den Osten der Insel, Wenningstedt und Westerland ritten, sind es mittlerweile deutlich weniger und die Strecke führt nur noch durch das beschauliche Keitum. Dafür nehmen immer mehr ältere Mitglieder in der ebenfalls zum Umzug dazugehörigen Kutsche Platz.

Tradition der Vorfahren pflegen

Für Oliver Knutzen vom ältesten Sylter Ringreiterverein, dem Sylter Ringreitercorps von 1861, ist dies aber kein Grund, das Ringreiten gänzlich einschlafen zu lassen: „Es ist zwar ein wenig aus der Zeit gefallen. Aber wir pflegen damit die Tradition unserer Vorfahren und da gilt es diese auch weiterzuführen.“ Dass sein Verein in diesem Jahr das erste Mal seit langer Zeit wieder zwei neue Mitglieder zum Turnier begrüßen kann, ist für ihn ein positives Zeichen.

Jeder Verein ermittelt seine besten Ringreiter in drei Kategorien. Zuerst geht es um den Titel des Prinzen oder der Prinzessin, anschließend um den des Kronprinzen oder der Kronprinzessin und zum Abschluss wird die Königs- oder Königinwürde ausgeritten. Der Unterschied liegt dabei einzig und allein in der Größe der zu durchstechenden Ringe – und dem Alkoholpegel der Teilnehmer, denn Zielwasser gehört zwischen den einzelnen Durchgängen einfach dazu. Ist der Durchmesser beim ersten Wettbewerb noch wenige Zentimeter groß, wird er beim zweiten noch etwas kleiner und der Ring für die Königswürde ist dann „so klein, dass er nicht mehr über den kleinen Finger passt“, so Oliver Knutzen. 

Drei Galoppsprünge sind Pflicht

Auch die Art und Weise, wie der Ring getroffen werden muss, ist dabei klar definiert. Auf der Insel heißt es: Fest im Sattel sitzen, mindestens drei Galoppsprünge bevor die Lanze den Ring durchsticht und mindestens drei danach.  Wem dieses Kunststück drei Mal hintereinander als Erster oder Erste im letzten Wettbewerb des Tages gelingt, darf sich für ein Jahr mit dem Titel des Königs oder der Königin schmücken. Und einen Termin gibt es bis zum nächsten Turnier im Sommer dann doch noch: Im Winter darf der König oder die Königin alle Vereinsmitglieder zu einem gemeinsamen Essen einladen.

Wer das Ringreiten einmal hautnah erleben möchte, hat in diesem Jahr noch sechsmal die Gelegenheit dazu: Am 3. und 4. Juli reitet der Sylter Ringreitercorps von 1861 am Parkplatz Ortseingang West in Keitum um die Königswürde. Am 17. Juli sind dann die Damen dran: Der Corps der Amazonen zu Morsum von 1998 reitet am Muasem Hüs in Morsum. Vom 23. bis 25. Juli treffen sich die Reiter wieder am Parkplatz Ortseingang West in Keitum: diesmal der Keitumer Ringreiterverein e. V. von 1920. Der Morsumer Ringreiterverein von 1884 trifft sich am 7. und 8. August vor dem Muasem Hüs in Morsum. Am 14. August findet wieder ein Ringreiten vor dem Muasem Hüs statt: Dann reitet der Sylter Amazonen-Ringreiterverein von 1982. Und auch das Amtsringreiten aller Vereine am 28. August findet in Morsum statt.

Wem das noch nicht genug Pferdesport ist, der sollte sich den 3. bis 7. August im Kalender notieren: Dann findet in Keitum wieder das große Berenberg German Polo Masters statt. Wie immer wird dann auch wieder das Team König Immobilien Sylt antreten, bestehend aus Cedric Schweri und Stefan Locher aus der Schweiz, Joao Novaes aus Brasilien, und dem Argentinier Thomas Astelarra. König Immobilien Sylt freut sich auf Ihren Besuch!

Fotos: © Christian Knutzen

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