König Kreuz

Wie werde ich Immobilienmakler
16. Juli 2020

Wie werde ich Immobilienmakler?

Wenn du dich beim Spaziergang regelmäßig dabei ertappst, dass du eher auf die Häuser schaust als in die Natur, dann solltest du über eine Ausbildung in der Immobilienbranche nachdenken. Wer die richtige Begeisterung für Immobilien mitbringt, findet dort möglicherweise eine Leidenschaft, die ihn so schnell nicht mehr loslässt. Hier erfährst du, was dich dabei erwartet, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und was der Unterschied ist zwischen einem Immobilienmakler, einem Immobilienfachwirt und einem Immobilienkaufmann.

Das Berufsbild eines Immobilienmaklers

Knapp 180 Immobilienmakler gibt es nach Angaben der Industrie- und Handelskammer auf Sylt. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass sich nach aktuellen Schätzungen rund 200 Immobilien gleichzeitig auf dem Sylter Markt befinden. „Die Zahl der hauptberuflichen Makler dürfte deutlich niedriger sein“, weiß Peter-Georg Wagner vom Immobilienverband Nord (IVD). Denn gemessen wird diese Zahl anhand der erteilten Maklerlizenzen nach § 34c der Gewerbeordnung. 

Wer gewerblich mit Immobilien handeln will, braucht dafür diese Maklererlaubnis. Makler sind mit enormen Vermögenswerten ihrer Kunden betraut. Darum hat der Gesetzgeber Kriterien vorgesehen, die sicherstellen sollen, dass der Makler zuverlässig ist und in geordneten Vermögensverhältnissen lebt. Beispielsweise darf gegen ihn weder ein Insolvenzverfahren laufen, noch darf er in den letzten fünf Jahren wegen Diebstahls, Betrugs oder ähnlicher Verbrechen verurteilt worden sein. Außerdem ist er verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. 

Eine bestimmte Ausbildung oder fachliche Qualifikation wird für den Einstieg aber nicht verlangt. Es gilt die Gewerbefreiheit – das bedeutet, praktisch jeder kann in der Immobilienbranche tätig werden, auch ohne Ausbildung.

Immobilienmakler Berufsbild

Wie werde ich ein erfolgreicher Makler?

Wer auf Sylt und auch andernorts erfolgreich Immobilien verkaufen will, hat ohne gute Ausbildung aber kaum eine Chance. Wie diese aussieht, hängt davon ab, mit welchen Voraussetzungen man startet und welches berufliche Ziel man verfolgt. Der Immobilienmakler ist der bekannteste Beruf in dieser Branche. Als Bindeglied zwischen Käufer und Verkäufer gehört zu seinen Aufgaben, neutral zwischen beiden zu vermitteln, aber auch neue Kunden zu finden, die ein Haus kaufen oder verkaufen möchten. 

Dafür solltest du seriös auftreten und gut mit Menschen kommunizieren können. Außerdem ermittelst du als Maklerin realistische Verkaufspreise, erstellst Marktanalysen und Marketingpläne und berätst in Fragen des Baurechts und der Finanzierung. Ein richtig guter Immobilienmakler ist also Bau-, Finanz- und Marketingexperte in einem – und nicht zuletzt auch Verkaufstalent.

Die Ausbildung zum Immobilienmakler

Einige Dinge sind einem idealerweise schon in die Wiege gelegt: Charakterliche Eigenschaften beispielsweise wie Selbstsicherheit, Menschenkenntnis und Verhandlungsgeschick. Die nötigen Fachkenntnisse vermitteln Fachschulen oder die Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Ausbildungsdauer liegt zwischen drei und 24 Monaten, entweder in Vollzeit, berufsbegleitend oder auch als Fernstudium, muss aber immer aus eigener Tasche bezahlt werden. Aufgrund seiner flexiblen Ausbildungsdauer ist der Beruf dafür auch gut für Quereinsteiger geeignet. 

Eine klassische Ausbildung zum Immobilienmakler gibt es nicht, Studiengänge wie Immobilienwirtschaft oder Betriebswirtschaft sind aber eine gute Basis. Selbständige Makler verdienen an der Maklercourtage (auf Sylt in der Regel zwischen 5,5 und 6,5 Prozent). Auch fest angestellte Immobilienmaklerinnen erhalten in der Regel eine Provision, die aber nicht so hoch ausfällt. Dafür gibt es zusätzlich ein Festgehalt, das für finanzielle Sicherheit sorgt. Das monatliche Einkommen kann aber schwanken und – je nach Erfolg – zwischen 2.500 und 6.000 Euro liegen.

Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann

Wer anstatt eines Studiums lieber eine klassische Ausbildung bevorzugt, für den ist die Immobilienkauffrau oder der Immobilienkaufmann ein guter Start ins Berufsleben. Im Unterschied zum Makler vermarkten diese nicht nur Objekte fremder Eigentümer, sondern kaufen sie auch selbst und vermieten sie anschließend. Darum ist die Immobilienverwaltung ein wichtiger Teil ihrer Ausbildung. 

Dadurch hast du anschließend deutlich bessere Karrierechancen und kannst nicht nur in einem Maklerbüro, sondern auch in einer Hausverwaltung oder bei einem Bauträger Arbeit finden. Mindestens die Mittlere Reife solltest du in der Tasche haben, bevor du loslegst. 

Drei Jahre lang dauert dann die staatlich anerkannte, duale Ausbildung. Dual bedeutet, du arbeitest in einem Immobilienunternehmen und besuchst parallel dazu die Berufsschule. Die Prüfung findet dann bei der IHK statt. Aus finanzieller Sicht gibt es kaum eine bessere Ausbildung: Zwischen 700 und 1000 Euro kann die Ausbildungsvergütung der angehenden Immobilienkaufleute liegen.

Mit abgeschlossener Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt einer Immobilienkauffrau anschließend zwischen 1.800 und 2.400 Euro. Mit einigen Jahren Berufserfahrung verdienst du schnell schon 3.000 Euro oder mehr. Je nach Tätigkeit können noch stattliche Provisionen das Einkommen aufbessern.

Die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt

Ganz gleich, auf welchem Wege du in die Immobilienbranche eingestiegen bist, um die Karriereleiter weiter zu erklimmen, wirst du dich fortbilden müssen. Hast du als ausgebildeter Immobilienkaufmann ein Jahr Berufserfahrung gesammelt oder mindestens fünf Jahre Berufspraxis als Immobilienmakler, erfüllst du alle Voraussetzungen für eine Fortbildung zum Immobilienfachwirt. 

Das ist zwar grundsätzlich keine geschützte Berufsbezeichnung und darf auch von anderen Institutionen als Ausbildung angeboten werden, staatlich anerkannt ist aber nur der Abschluss „Geprüfter Immobilienfachwirt IHK“ der Industrie- und Handelskammer. Damit bist du quasi zum Meister unter den Immobilienmaklern aufgestiegen und solltest keine Schwierigkeiten haben, auch gut bezahlte Management- oder Führungspositionen zu finden und mit etwas Verhandlungsgeschick – und das solltest du mittlerweile haben – deutlich mehr als 3500 Euro zu verdienen, Provisionen noch nicht eingerechnet. 

Fotos: masson@adobe stock, Kzenon@adobe stock, motortion@adobe stock, amadfami@twenty20. 

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