König Kreuz

Bauherren-Katastrophe oder Licht am Horizont? Das Ende der Kfw-Förderung

Ein Paukenschlag für viele angehende Bauherren. Aber wie überraschend war das Aus der staatlichen Förderprogramme für energieeffizientes Bauen nun wirklich? Hitzig wurde in den vergangenen Wochen über das Ende der staatlichen Förderungen für energieeffizientes Sanieren und Bauen der zuständigen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) debattiert. Die Kfw-Förderungen sind im wesentlichen verbilligte Kredite und Zuschüsse für Neubauten nach dem Standard Effizienzhaus 55, dem strengeren Standard Effizienzhaus 40 sowie für Sanierungen von Bestandsgebäuden. Je niedriger die Zahl, desto klimafreundlicher der Baustandard. Tausende Bauherren sehen jetzt ihre Kreditplanung in Gefahr, denn ihre Förderanträge werden nicht mehr genehmigt. Der Traum vom Eigenheim droht zu platzen.

Was ist passiert?

Im November 2021 hatte der ehemalige Wirtschafts- und Energieminister Peter Altmaier angekündigt, alle KfW-Programme für energieeffizientes Sanieren und Bauen Ende Januar 2022 auslaufen zu lassen. Anträge sollten aber noch bis Ende Januar 2022 möglich sein.

Eine kurze Frist, die über 20.000 angehende Bauherren nutzten, um ihre Wünsche bei der zuständigen Kfw-Bank einzureichen. Diese meldete dem Wirtschaftsministerium Mitte Januar dann auch eine wahre Antragsflut, berichtete von waschkörbeweisen Anträgen, die in diesen letzten Tagen und Wochen vor dem Aus des Programms eingegangen seien.

„Run“ auf die Fördertöpfe

Der „Run“ auf die Förderung und der extreme Anstieg von Förderanträgen insbesondere für EH55-Neubauten allein im Januar 2022 führten dazu, dass die dafür vorgesehenen Haushaltsmittel in Höhe von 7 Mrd. Euro bereits zu dem Zeitpunkt ausgeschöpft waren. Demgegenüber hatten sich die Antragsteller im Januar Förderungen in Höhe von 14 Milliarden Euro allein aus dem Programm für das Effizienzhaus 55, vier Milliarden für das Effizienzhaus 40 und Sanierungshilfen in Höhe von zwei Milliarden Euro gewünscht.

7 Mrd. im Topf, 20 Mrd. auf der Wunschliste der Bauherren.

Altmaiers Nachfolger, der neue Wirtschaftsminister in der Ampel-Koalition Robert Habeck, stoppte daraufhin das sowieso auslaufende Programm und kündigte an, die Januaranträge aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht mehr vollständig berücksichtigen zu können. Ein Vorgang, der bundesweite Empörung auslöste und eine Welle der Kritik lostrat.

Ab dem 24. Januar 2022 können dementsprechend keine neuen Anträge für Fördermittel für die KfW-Programme in der Bundesförderung für effiziente Gebäude gestellt werden. Dies gilt für alle drei KfW-Programmbereiche: Effizienzhaus 55 im Neubau, Effizienzhaus 40 im Neubau sowie die Energetische Sanierung. Die BEG-Förderprogramme der BAFA laufen unverändert weiter.

Effizienzhaus 55 ist längst Standard.

Mit Blick auf das Effizienzhaus 55 sieht das Bundeswirtschaftsministerium ohnehin überfälligen Handlungsbedarf. Denn längst habe sich der Effizienzhaus 55-Standard im Neubau sowieso als gängiger Standard durchgesetzt. Er ist „nichts Besonderes“ mehr. Anders gesagt: Hier wird ein Standard gefördert, der längst Normalität ist und diese Förderung nicht verdient.

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Dessen ungeachtet wurden 2021 über das Kfw-Förderprogramm rund 6 Milliarden Euro Steuergelder – und damit rund ein Drittel der 2021 insgesamt für die Gebäudeeffizienzförderung verfügbaren Mittel – für einen Baustandard zugesagt, der sich längst am Markt durchgesetzt hatte. Ziel der Bundesregierung sei es nun, so das Wirtschaftsministerium, sowohl die Inhalte der Förderprogramme als auch deren Finanzierung zu prüfen und neu aufzustellen .

Viel Geld für wenig Energieeinsparung

„Eine Reform der Förderung ist dringend nötig. Die gesetzlichen Vorgaben hinken der Entwicklung hinterher“, bestätigt Veit Bürger, Energieeffizienz-Wissenschaftler am Öko-Institut.  Er kritisiert jedoch, dass bisher ein Großteil des Fördergeldes in den Neubau fließe und nicht in die Sanierung bestehender Gebäude. Diese sei für das Erreichen der Klimaziele jedoch viel bedeutsamer.

In Zahlen: Bei einer Sanierung könne der Energieverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche um 75 Prozent gegenüber einem unsanierten Haus gesenkt werden. Bei einem geförderten Neubau beträgt die Einsparung gegenüber dem gesetzlichen Mindeststandard dagegen nur rund 25 Prozent. 

Die Verteilung der beantragten Fördermilliarden zeige die Schieflage, so Bürger. Nur zwei Milliarden Euro entfallen auf die besonders effiziente Gebäude-Sanierung, der große Rest auf Neubauten. Der Wissenschaftler resümiert: „Aus der Klimaschutzperspektive ist der Stopp der Förderung des Effizienzhaus-55-Standards bei Neubauten völlig richtig .“

Die EU sagt den größten Energiefressern den Kampf an

Bereits auf der Pressekonferenz der Europäischen Kommission am 15. Dezember 2021 wurde klargestellt, dass die schlechtesten Kategorien der Energieklassifizierung mittelfristig abgeschafft werden.

Dem EU-Plan zufolge müssten Wohngebäude in Privatbesitz spätestens bis zum Jahr 2030 die Mindeststandards für die Energieeffizienzklasse F erreichen, bis 2033 dann jene der Klasse E. Im Klartext dürfte das heißen: Dreifachverglasung, vernünftige Wärmedämmung von Dächern und Wänden, effizientere und gegebenenfalls auch grünere Heizsysteme. Auch für die letzten Kohleöfen dürfte das der Abschied sein .

Wir vermitteln an einen Energieberater

Bei König Immobilien und auch bei König Project arbeiten wir als Projektentwickler im Premiumsegment mit professionellen Energieberatern zusammen. Bei der Sanierung von Bestandsimmobilien wie auch bei unseren Neubauprojekten legen wir größten Wert auf energieeffiziente Standards beim Thema Verglasung sowie der Dämmung von Wänden, Decken und Böden. Gerne vermitteln wir bei Bedarf an einen Energieberater unseres Vertrauens.

Fotos: ©Shutterstock

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