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Sölring Foriining: Ein Verein beschützt die friesische Kultur

Sylt als Urlaubsdestination lebt neben der ursprünglichen Natur auch von seiner friesischen Kultur. Bestes Beispiel dafür sind die reetgedeckten Häuser, die an vielen Orten auf der Insel das Bild prägen. Die ältesten Häuser von ihnen sind mehrere hundert Jahre alt. Viele dieser traditionellen Gebäude stehen im ehemaligen Kapitänsdorf Keitum. Hier hat auch der Sölring Foriining seinen Sitz, der sich den Schutz der friesischen Kultur als Ziel gesetzt hat.

Seit 1905 existiert der Sölring Foriining

„Wir wollen das Sprachrohr für alle Sylter und ihre Belange sein. Dabei sind wir unparteiisch aber politisch“, erklärt die Vorsitzende Maren Jessen die Aufgabe des „Sölring Foriining“. Übersetzt heißen diese beiden Worte Friesischer Verein, wobei das Wort Sölring nur für das Sylter Friesisch steht.

Die nordfriesischen Inseln, Helgoland, die Halligen und auch das nordfriesische Festland pflegen alle ihren eigenen friesischen Dialekt. Seitdem die Westfriesen im 8. Jahrhundert in den Norden einwanderten, hat sich ihre germanische Sprache in den friesischen Dialekt integriert.

Bis heute leben auf Sylt friesische Familien, die ihren Stammbaum bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen können.

Damals diente der Walfang noch als Haupteinnahmequelle, später folgten dann die Landwirtschaft und der Tourismus. Im Jahr 1905 gründete sich daraus der Sölring Foriining. Einerseits diente dieser Verein dazu, den Fremdenverkehr als Wirtschaftszweig zu beleben. Andererseits soll dieser das friesische Brauchtum und die eigene Sprache schützen und fördern.

Auch im Jahr 2022 ist dies immer noch Aufgabe des Vereins, jedoch sind mittlerweile andere Schwerpunkte dazu gekommen. „Denkmal- und Naturschutz und der Erhalt der Liegenschaften ist unsere Hauptaufgabe. Dabei handelt es sich um Häuser, die zum Teil im 17. Jahrhundert erbaut wurden“, so Maren Jessen. „Wir sind Kulturträger Nummer eins auf der Insel und abgesehen vom Feuerwehrmuseum betreiben wir zudem alle Museen. Damit ist auch ein Bildungsauftrag verbunden und wir liefern Qualitätstourismus.“

Friesisches Brauchtum und die eigene Sprache schützen – der Verein hat ein breites Aufgabenfeld

2.500 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Von den 18 Mitarbeitern sind die meisten in den Museen tätig. Neben dem Sylt Museum, in welchem der Verein im ersten Stock auch seine Geschäftsstelle unterhält, gibt es in Keitum unteranderem auch das Altfriesische Haus. Aber auch Wenningstedt mit dem Steinzeitgrab Denghoog sowie Kampen mit seinem Naturpfad Vogelkoje habe weitere Kulturschätze zu bieten.

Von der Politik und Inselverwaltung unterstützt

Die Arbeit des Vereins ist aber nicht auf Sylt begrenzt. Es werden auch die Verbindungen auf das Festland gepflegt – etwa als Mitglied des interfriesischen Rates, der die Interessen von West-, Ost- und Nordfriesen gemeinsam vertritt.

Immer weniger Menschen auf Sylt beherrschen den Dialekt des Sölring. Dennoch ist es Maren Jessen wichtig, dass die friesische Kultur auf der Insel nicht nur als schmückendes Beiwerk wahrgenommen wird: „Es geht um mehr als nur darum, unsere Trachtengruppe zu buchen.“ Ein gutes Beispiel dafür ist der Umgang von offizieller Seite mit dem Sölring Foriining. Der Verein ist zwar kein Träger öffentlicher Belange, wird von Politik und Verwaltung auf der Insel aber dennoch so behandelt.

Wenn es beispielsweise um Bauvorhaben geht, wird seit einiger Zeit der Sölring Foriining neben anderen Institutionen um eine Beurteilung gebeten. Da geht es dann vor allem um einen Austausch mit der Bau- und der Umweltbehörde. In den 1970er Jahren war dieses Vorgehen noch üblich, schlief dann aber mit der Zeit ein. Seit einigen Jahren nun ist der Expertenrat des Sölring Foriining wieder gefragt.

Friese ist man, wenn man sich dazu bekennt

Auch wenn es heute noch Familien gibt, die ihre friesischen Wurzeln bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen können, so ist das keine zwingende Voraussetzung, um sich Sylter Friese nennen zu dürfen. „Es gab immer Menschen, die hierhergezogen sind und viele Sylter sind früher zur See gefahren. Daher waren wir immer weltoffen und sind als homogene Masse zusammengewachsen“, so Maren Jessen. Der Stammbaum spielt da nur eine untergeordnete Rolle. „Friese ist man, wenn man sich dazu bekennt“, so Maren Jessen.

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Fotos: © Hans Jessel, © Sylt Connected

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