König Kreuz
Morsum Kliff
9. März 2020

Die schönsten Ecken auf Sylt: Das Morsum Kliff

Das Morsum Kliff ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Bestimmt haben Sie es bei der Anreise auf die Insel Sylt schon einmal entdeckt: Das Morsum Kliff. Jeder, der mit dem Zug anreist, erhält einen ersten Blick auf das schöne Naturschutzgebiet. Am allerbesten erkundet man die malerische Landschaft an Sylts Ostspitze jedoch zu Fuß. Zum Beispiel bei Sonnenaufgang – dann erstrahlt das Gestein in den schönsten Rottönen, die Vögel zwitschern und die scheinbar unendliche Weite des Wattenmeers erstreckt sich hinter der rund 20 Meter hohen Abbruchkante. Insgesamt verläuft das Morsum Kliff über 2000 Meter an der nördlichen Seite Morsums entlang. Hautnah erleben kann man das geologisch einzigartige Naturschutzgebiet und „Nationale Geotop“ ganzjährig auf einem offiziellen Fußweg. Fahrräder sind zwar auf den Wanderwegen nicht gestattet, können jedoch auf dem Parkplatz abgestellt werden. Die beindruckende Felsformation offenbart dem Besucher auf ihren rund 2000 Metern bis zu acht Millionen Jahre Erdgeschichte in greifbarer Nähe: „Normalerweise müsste man dafür ein sehr tiefes Loch graben, am Morsum Kliff kann man diese Gesteinsschichten ohne Aufwand bewundern“, so ein Sprecher der Naturschutzgemeinschaft Sylt. Bei einem Spaziergang um das Kliff herum ist zu beachten, dass die Wanderwege nur für etwas erfahrenere Spaziergänger zu empfehlen sind, da diese nicht überall befestigt sind, oder auch mal steil abfallen oder ansteigen.

Ein Spaziergang, bei dem es viel zu entdecken gibt

Mit festem Schuhwerk ausgestattet beginnt der naturnahe Spaziergang am Parkplatz Nösistich gegenüber des Landhaus Severins. Auf der linken Seite am kleinen Hotel mit Restaurant/Café vorbei, gelangt man auf den offiziellen Fußweg, der die Besucher einmal um das Kliff führt. Folgt man der Beschilderung Richtung Morsum Kliff, gelangt man nach einem kurzen Fußmarsch zu einer mit Bänken ausgestatteten Plattform. „Das Morsum Kliff ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Ob im Winter, wenn alles mit Frost oder Schnee bedeckt in der Sonne glitzert, oder im Sommer, wenn die Heidefläche oberhalb des Kliffs in voller Blüte steht.“ Von der Aussichtsplattform hat man bei gutem Wetter einen uneingeschränkten Panaromablick die nördliche Ostküste Sylts entlang, über das imposante Kliff und das Weltnaturerbe Wattenmeer. Rund eine Stunde dauert ein entspannter Spaziergang einmal um das Kliff herum. Von der Plattform führt eine Holztreppe auf den sandigen Wanderweg, der durchaus auch etwas uneben sein kann. 

Morsum Kliff

 Hier wird man durch eine einmalig abwechslungsreiche Landschaft geführt und gelangt schließlich mitten in die Braundünen des Morsum Kliffs: „Bereits zum Beginn der 1920er Jahre hat man den Wert dieses Kliffs erkannt und es zum Naturschutzgebiet erklärt. Es ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Schleswig-Holsteins.“ Schaut man an der Felskante hinab, kann man die volle Pracht des 20 Meter hohen Kliffs betrachten. Hat man den Wanderweg direkt an der Kante des Kliffs bewältig, gelangt man an eine Weggabelung. Folgt man dem Weg nach links, gelangt man direkt an das Watenmeer. „Von hier unten kann man die spektakulären Farbgebungen der verschiedenen Gesteinsschichten betrachten“, so der Sprecher der Naturschutzgemeinschaft. Regelmäßig werden durch die Naturschutzgemeinschaft Führungen am Kliff angeboten. Genauere Informationen finden Sie hier. Auch Geologe Dr. Ekkehard Klatt bietet regelmäßige Wanderungen entlang des Kliffs. 

BEDROHTE VOGELART NISTET AM MORSUM KLIFF

Doch nicht nur Geologiefans kommen am Morsum Kliff auf ihre Kosten: „Mit etwas Glück kann man die in fast ganz Europa auf der Roten Liste stehende Uferschwalbe beobachten.“ Der kleine, braune Vogel nimmt immer wieder weite Strecken auf sich, um jedes Jahr erneut in der Kliffkante Höhlen zu graben und dort vor Angreifern geschützt seine Jungvögel aufzuziehen.  Doch die niedliche Uferschwalbe ist nicht der einzige gefiederte Bewohner des Morsum Kliffs. Auch die Brandgans oder Brandente ist am Morsum Kliff heimisch.

Uferschwalbe

 Die weißen Halbgänse mit dem rostbraunen Brustband und dem schwarzen Kopf und Flügeln sind in weiten Teilen des Wattenmeers verbreitet.Der auffälligste Farbakzent der Brandgans ist jedoch der knallrote Schnabel.  Besucht man das Morsum Kliff bei Ebbe, kommt man beim Beobachten der gefiederten Wattenmeerbewohner ganz auf seine Kosten, denn viele weitere Vogelarten nutzen die Gelegenheit, um sich ausgiebig an heimischen Muscheln und Insekten zu bedienen.

 An der nächsten Gabelung führt der Weg dann zurück durch einen Teil des Dünengebiets, das aufgrund seines besonderen Aussehens auch „Klein-Afrika“ genannt wird. „Der Sand hier ist ganz besonders fein und für Sylt ungewöhnlich rot.“ Nach einigen Schritten gelangt man nach dem schönen Rundgang wieder zurück zum Ausgangspunkt am Landhaus Severins. Dort lässt sich in entspanntem Ambiente bei malerischem Blick ein Kaffee genießen, bevor es wieder zurück ins Domizil geht.

Viele Hünengräber am Parkplatz

Die Reise in die Vergangenheit der Insel endet jedoch nicht mit dem Morsum Kliff. In unmittelbarer Nähe zum kostenfreien Parkplatz lassen sich aus der Ferne eine Vielzahl von Hünengräbern bewundern. „Das ist das größte Gräberfeld der Insel“, so der Naturkundler. Die Grabhügel stammen überwiegend aus der Jungsteinzeit (4100 bis 1700 v. Chr.), der Bronzezeit (1700 bis 500 v. Chr.) und Wikingerzeit (800-1066 n. Chr.). In den vergangenen Jahren wurden gar mehrere Steinwerkzeuge gefunden, die auf eine Besiedlung schon in der späten Altsteinzeit (12 500 bis 9700 v. Chr.) hindeuten. „Die meisten dieser archäologischen Denkmäler befinden sich in öffentlichem Besitz“, erklärte der Sprecher der Naturschutzgemeinschaft. Viele der Gräber seien zur Zeit der dänischen Herrschaft von Schatzsuchern aufgegraben worden, „heute buddeln dort nur noch die Kaninchen.“

Fotos Kliff: Hans / Pixabay 
Foto Uferschwalbe: Wolfgang Kruck, Adobe Stock

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